6. Juli 2026

Die häufigsten Fragen zum neuen SBTi Net-Zero-Standard V2.0 – beantwortet

FAQ zum SBTi V2.0

Der neue Corporate Net-Zero-Standard V2.0 der SBTi bringt viele Neuerungen mit sich. In unserem ausführlichen Analyse-Beitrag haben wir die wichtigsten Änderungen bereits beleuchtet. Hier beantworten wir die häufigsten Fragen.

 

Häufig gestellte Fragen

Ab wann kann der neue Net-Zero-Standard genutzt werden?

Der neue Standard kann ab Februar 2027 genutzt werden. Bis Ende Januar 2028 haben Unternehmen die Wahl: Sie können entweder bei Version 1.3.1 bleiben oder bereits auf Version 2.0 wechseln. Ab Februar 2028 ist Version 2.0 verpflichtend.

Mein Unternehmen hat bereits ein SBTi-Ziel – muss ein neues eingereicht werden?

Nein. Bereits validierte kurzfristige Ziele behalten ihre Gültigkeit bis zum Zieljahr. Es empfiehlt sich jedoch zu prüfen, ob im Rahmen der obligatorischen Fünfjahres-Überprüfung ein frühzeitiger Wechsel auf den neuen Standard sinnvoll ist. Langfristige Ziele hingegen müssen angepasst werden.

Werden SBTi-Ziele unter dem neuen Standard schwieriger zu erreichen?

Eine pauschale Antwort ist hier nicht möglich. Absolute Reduktionsziele werden zwar ambitionierter, gleichzeitig eröffnet der neue Standard durch zusätzliche Zielsetzungsmethoden und Marktinstrumente neue Handlungsspielräume. Das Best-Efforts-Prinzip anerkennt zudem, dass externe Faktoren die Zielerreichung erschweren können – und entlastet Unternehmen, die nachweislich alle Massnahmen in ihrem Einflussbereich ausgeschöpft haben.

Die SBTi unterscheidet künftig zwischen Category A und Category B – was bedeutet das für mein Unternehmen?

Mit dem neuen Standard löst die SBTi die bisherige Unterscheidung zwischen Corporates und KMU durch ein neues System ab: Unternehmen werden künftig entweder als Category A (grosse Unternehmen) oder Category B (kleinere Unternehmen) eingestuft. Die Unterscheidung ist relevant, da die Anforderungen je nach Kategorie variieren – Category-B-Unternehmen müssen sich beispielsweise weiterhin keine Ziele für Scope 3 setzen.

Welche Anforderungen sind neu, die es vorher so nicht gab?

Die wesentlichsten neuen Anforderungen im Überblick:

  • Veröffentlichung eines Transitionsplans 15 Monate nach Validierung
  • Freigabe der SBTi-Ziele durch das höchste Entscheidungsgremium vor der Einreichung
  • Auditierung der Basisjahrbilanz (die Emissionsbilanz des Referenzjahres, auf das sich alle Ziele beziehen)
  • Identifikation von emissionsintensiven Aktivitäten (z. B. Stahl, Schifftransport, Nutzungsphase verkaufter Produkte)
  • Quantifizierung von FLAG-Emissionen (Emissionen aus Entwaldung, Landwirtschaft und Landnutzung) für alle Unternehmen
  • Langfristige Reduktion der Scope-1-Emissionen auf null bis 2050
  • Getrennte Zielsetzungen für Scope 1, 2 und 3 – kombinierte Ziele sind nicht mehr zulässig
  • Optional: Ausweisen des Anteils stündlich abgeglichener Herkunftsnachweise (Grünstromzertifikate, die zeitlich mit dem tatsächlichen Verbrauch übereinstimmen)

 

Zurück zur vollständigen Analyse: Der neue SBTi Corporate Net-Zero-Standard V2.0 – Was Unternehmen jetzt wissen müssen

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